Inhaltsirrtum

Eine Anfechtung des Testaments kommt in Betracht, wenn der Erblasser bei Testamentserrichtung über den Inhalt der Erklärung im Irrtum war (Inhaltsirrtum).


Beispiel: Erblasser E bestimmt in seinem Testament, dass seine „gesetzlichen Erben sein Vermögen zu gleichen Teilen erhalten". Dabei geht er irrtümlich davon aus, dass sein Bruder neben seinem Sohn nach der gesetzlichen Erbfolge erbberechtigt ist.


Daneben kommt auch eine Testamentsanfechtung in Betracht, wenn der Testator eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte (Erklärungsirrtum).

Beispiel: E vererbt ein Grundstück in Südafrika. In seinem Testament bestimmt er, dass seine Ehefrau E den (deutschen) gesetzlichen Erbteil erhalten soll. Dabei ist er irrtümlich der Auffassung, dass nach deutschem Erbrecht vererbt wird. Tatsächlich richtet sich die Vererbung von Immobilien in Südafrika aber nach südafrikanischem Erbrecht. Im konkreten Fall bedeutet dies gegenüber dem deutschen Recht einen Nachteil.




Glossar

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