Verzicht auf Vorrang, Zustimmung zur Ernennung als Nachlassabwickler und Verzichte auf Information und Sicherheit

Verzicht auf Vorrang, Zustimmung zur Ernennung als Nachlassabwickler und Verzichte auf Information und Sicherheit

Immer wieder wird uns von verunsicherten Erben das Dokument “Waiver of Priority, Consent to Appointment of Personal Representative, and Waiver of Notice and Bond” zur Prüfung vorgelegt und man fragt uns, ob das Dokument unterschrieben werden soll oder nicht. Der Beitrag führt in die Problematik ein und gibt Handlungsempfehlungen.

Was wird erklärt?

Bei wörtlicher Übersetzung lautet die Überschrift des Dokuments:  "Verzicht auf Vorrang, Zustimmung zur Ernennung als Nachlassabwickler und Verzicht auf Information und Sicherheit". Es werden also mehrere Erklärungen durch Unterschrift abgegeben:

  1. Waiver of Priority – Bestimmte Personen haben das Recht zum Nachlassabwickler (Personal Representative) ernannt zu werden. Durch die Unterzeichnung wird auf diese Rechtsposition verzichtet.
  2. Consent to Appointment as Personal Representative – Durch diese Erklärung stimmt der Unterzeichner der Ernennung einer bestimmten Person als Nachlassabwickler zu.
  3. Waiver of Notice –Hierdurch wird auf bestimmte Verfahrens- und Anhörungsrecht verzichtet. Bei Verzicht muss der Nachlassabwickler nicht mehr über den Stand des Verfahrens unterrichten und oftmals hören die Begünstigten vom Nachlassabwickler erst wieder, wenn er Unterzeichnung eines weiteren Verzichts, dieses Mal über den Rechenschaftsbericht, verlangt. Faktisch wird damit auch auf die Möglichkeit zur Anfechtung des Testaments verzichtet. 
  4. Waiver of Bond – das Gericht kann vom Nachlassabwickler Sicherheit verlangen. Hierdurch werden die Begünstigen gegen den Missbrauch der Befugnisse durch den Nachlassabwickler geschützt. Auf diesen Schutz wird durch Unterschrift verzichtet. 

Unterschreiben oder nicht unterschreiben?

Dies hängt sehr von der Situation ab. Durch die Unterschrift wird das Verfahren beschleunigt und ist unter Umständen auch etwas günstiger. Sie sollten aber nicht unterschreiben, wenn

  1. im Falle der testamentarischen Erbfolge das Testament möglicherweise angefochten werden soll oder .
  2. Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit der Person bestehen. 

Empfehlung: Bevor Sie unterschreiben sollten Sie sich daher von den beteiligten Personen ein genaues Bild machen. Ferner empfiehlt es sich vor Unterzeichnung abzuklären, welche Vermögensgegenstände vorhanden sind und was beabsichtigt wird mit diesen zu tun. Schließlich kann es auch sinnvoll sein vorab über Vergütung und Kosten zu sprechen. 

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