Schenkungssteuer USA - Einführung

Als Experten für deutsch-amerikanische Nachfolgeplanung beschäftigen wir uns immer wieder mit Fragen der US-Schenkungssteuer (UF Federal Gift Tax). Der Beitrag gibt eine Einführung in die US-Schenkungssteuer und gibt praktische Hinweise.


Gegenstand der Besteuerung

Die USA erheben Schenkungssteuer (gift tax) auf die Übertragung von Vermögensgegenständen durch eine in den USA ansässige Person (resident) oder nicht-ansässige Person (non-resident) in einem Kalenderjahr, IRC § 2501(a)(1). 

Besondere Regelungen zur Schenkungssteuer in den USA

Die Regelungen zur Schenkungssteuer in den USA entsprechen im wesentlichen den Regeln der US-Bundesnachlasssteuer, so dass auf diese verwiesen werden kann. Hier werden daher nur besondere Regelungen für die Schenkungssteuer dargestellt. 

Unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht betreffend die Schenkungssteuer

Für Zwecke der Schenkungssteuer ist ein "US-resident" eine Person, die ihr domicile in den USA im Zeitpunkt der Schenkung hat, Sec. 25.2501-1(b) IRC. Alle anderen Personen sind "nicht-resident" für Zwecke der Schenkungssteuer.

Eine Person erwirbt ein domicile an einem Ort indem sie dort lebt - auch für einen kurzen Zeitraum ohne die bestimmte Absicht wegzuziehen. Der bloße Wohnsitz (residence) ohne die Absicht an dem Ort zu bleiben begründet kein domicile. Der Wille das domicile zu ändern hat keinen Effekt bevor der Wille auch in die Tat umgesetzt wird, Sec. 25.2501-1(b) IRC. Steuerpflichtig ist der Schenkende. 

Schenkungssteuer in den USA: Besonderheiten bei der beschränkten Steuerpflicht

Wenn der Schenker in den USA nur beschränkt steuerpflichtig ist, unterfällt die Übertragung von immateriellen Vermögensgegenständen (intangible property) nicht der US-Steuerpflicht, Section 2501(a)(2) IRC. Zu den begünstigten immateriellen Vermögensgegenständen zählen

  • Aktien an US-Unternehmen (domestic corporation),
  • Schuldverschreibungen und
  • andere Wertpapiere

Bargeld (Münzen oder Scheine) sind kein immaterielles Vermögen. Hingegen sollen auf eine ausländische Bank bezogene Schecks und einer US-Bank ausgezahlte Schecks in den USA keine US-Schenkungssteuer auslösen. 

Ob Bareinlagen bei US-Banken für Zwecke der Schenkungssteuer immaterielles Vermögen sind und die unentgeltliche Übertragung von Guthaben bei US-Banken somit der US-Schenkungssteuer unterfällt, ist bisher nicht geklärt. 

Tipp: Vorsorglich sollten Schenkungen von Guthaben über ein Konto außerhalb der USA abgewickelt werden. 

Freibetrag der U.S.-Schenkungssteuer

Zur Verunsicherung vieler Steuerzahler gibt es 2 Freibeträge: 

  • Den jährlichen Freibetrag (annual exclusion amount) und 
  • den für Schenkungen und Erwerbe von Todes wegen vereinheitlichten, lebenslangen Freibetrag (unified credit)

Jährlicher Freibetrag

Der jährliche Freibetrag (annual exclusion amount) wird zusätzlich zum lebenslangen und einheitlichen Freibetrag (unified credit) gewärt. Er kann nachfolgender Tabelle entnommen werden kann: 

Jahr

Freibetrag Einzelperson

Freibetrag Ehegatten

2000 und zuvor

$10,000

$20,000

2001 – 2005

$11,000

$22,000

2006 – 2008

$12,000

$24,000

2009 – 2012

$13,000

$26,000

2013

$14,000

$28,000

2014 

$14,000 

$28,000

2015

$14,000

$28,000

2016

$14,000

$28,000

2017

$14,000

$28,000

Für Schenkungen eines in den USA nicht unbeschränkt steuerpflichtigen Ehegatten beträgt der Freibetrag $ 100.000, wobei eine Inflationsanpassung erfolgt (in 2017 daher $ 149.000).

Übersteigt der Wert der Schenkungen im Steuerjahr nicht den jährlichen Freibetrag, ist die Schenkung insgesamt steuerfrei und es ist auch keine Schenkungssteuererklärung (Form 709) einzureichen. 

Lebenslanger Freibetrag

Nachdem bestimmt wurde, welche Schenkungen steuerbar sind, ist die Schenkungssteuer auf alle steuerbaren Schenkungen zu berechnen und der lebenslange Freibetrag (unified credit) anzuwenden. 

Beispiel: In 2015 schenkt A seiner Nichte, N, $8,000 in Bar. Weitere Schenkungen gibt es in dem Jahr an N nicht. Ferner schenkt A seiner 30 Jahre alten Tochter, T, $25,000. Schließlich gibt er seinem 25 Jahre alten Sohn, S, $25,000. Die ersten $ 14,000 an jeden Beschenkten ist steuerfrei. Daher sind nur 2 x $ 11,000 steuerbar. Nun wird der lebenslange Freibetrag (unified credit) in Höhe von $5 Mio (+Inflationsausgleich) in Abzug gebracht.  Es fällt daher keine Schenkungssteuer an. 

Anzeigepflichten

Besteht nach den vorgehenden Regeln keine Pflicht die US-Schenkungssteuer zu erklären und ist in bestimmten Fällen der Erwerb der US-Finanzbehörde IRS mitzuteilen (siehe hierzu Beitrag Schenkungen an U.S.-Personen aus Deutschland). 

Doppelbesteuerungsabkommen: Besonderheiten bei der Schenkungssteuer

Die meisten Regelungen des Deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommens auf dem Gebiet der Erbschafts-und Schenkungssteuer (DBA-USA-Erb), insbesondere die Regelungen zum Wohnsitz (Art. 4 DBA-USA-Erb) finden auch für Schenkungen Anwendung. Daher kann im Grundsatz auf unsere Darstellung Die Besteuerung deutsch-amerikanischer Erbfälle nach dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen verwiesen werden. Allerdings gibt es auch einige Besonderheiten. So wird z.B. der pro-rata-unified credit nach Art. 10 Abs. 5 DBA-USA-Erb bei der Schenkungssteuer nicht gewährt. 


Jan-Hendrik Frank
Letzte Aktualisierung: 05.12.2013


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