Schenkungen an US-Staatsangehörige und US-Ansässige

Schenkungen an US-Staatsangehörige und US-Ansässige

Als Experten für deutsch-amerikanische Nachfolgeplanung werden wir oft gefragt, welche steuerlichen Folgen eine Schenkung durch eine in Deutschland ansässig Person an eine in den USA ansässige Person oder eine Person mit US-Staatsangehörigkeit hat, insbesondere ob US-Schenkungssteuer anfällt. Der Beitrag zeigt auf unter welchen Voraussetzungen deutsche oder US-Schenkungssteuer anfällt und gibt weiterführende Hinweise.

US-Schenkungssteuer

Die USA erheben US-Schenkungssteuer (U.S. federal gift tax) auf die Übertragung von Vermögensgegenständen durch

  • eine in den USA ansässige Person (resident) oder
  • nicht-ansässige Person (non-resident), IRC § 2501(a)(1).

Ist der Schenker ein non-resident, der nicht US-Staatsangehöriger (US-citizen) ist, unterliegt allerdings nur die Übertragung von US-Vermögen (U.S. situs assets) der US-Schenkungssteuer. 

Hinweis: Die Übertragung von Vermögen, dass kein US-Vermögen ist, unterliegt somit nicht der US-Schenkungssteuer, wenn der Schenker ein non-resident und kein US-citizen ist. Auf den Wohnsitz und die Staatsangehörigkeit des Beschenkten kommt es nicht an. 

Für Zwecke der US-Schenkungssteuer hat eine Person ihren steuerlichen Wohnsitz (residence) in den USA, wenn sie ihr Domizil (domicile) in den USA hat.

Hinweis: Im Anwendungsbereich des deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommens auf dem Gebiete der Nachlass-, Erbschaft- und Schenkungssteuern (DBA-USA-Erb) kann das Besteuerungsrecht der USA beschränkt sein. Insbesondere sind die besonderen Bestimmungen zum DBA-Wohnsitz in Art. 4 DBA-USA-Erb zu beachten. 

Schenkungen von Seiten eines Covered Expatriate

War der Schenker ein covered expatriate, ist der Erwerb einer beschenkten U.S. person nach IRC § 877A und 2801 steuerbar. 

Anzeigepflicht bei Schenkung aus dem Ausland

Eine U.S. person, die eine Schenkung, Erbschaft oder andere unentgeltliche Zuwendung von einer foreign person erhält, muss gegenüber der US-Steuerbehörde IRS dies anzeigen (IRC § 6039F).

Eine foreign person in diesem Sinne ist ein non-resident alien oder eine ausländische Körperschaft (foreign corporation), Personengesellschaft oder Nachlass.

Eine U.S. person ist z.B. ein U.S.-Staatsangehöriger (citizen) oder eine in den USA ansässige Person (U.S.-resident), siehe Treas. Reg § 120.15.

Bei der Anzeige ist die form 3520 zu verwenden.

Ausgenommen sind Schenkungen, welche eine bestimmte Wertgrenze - derzeit USD 100.000 -  nicht übersteigen. 

Hinweis: Die Anzeigepflicht setzt nicht voraus, dass US-Schenkungssteuer anfällt.

Wird die Pflicht verletzt, kann eine Strafe von 5 % des Wertes der Schenkung für jeden Monat der Verspätung, aber maximal 25 % verhängt werden. Wird nachgewiesen, dass die Pflicht nicht willentlich verletzt wurde und es gute Gründe für die Pflichtverletzung gab, wird keine Strafe verhängt. 

US-Einkommensteuer

US-Einkommensteuer auf den Veräußerungsgewinn (Capital Gains Tax) wird durch eine Schenkung nicht ausgelöst.

Allerdings sollten bei einer Schenkung an eine in den USA ansässige Person auch die Folgen bei der Besteuerung der Einkünfte des Beschenkten berücksichtigt werden, da die USA nach den Regeln des DBA-USA-ESt für eine in den USA ansässige Person in der Regel das Besteuerungsrecht hat. Insbesondere können die USA den Gewinn aus der Veräußerung von Wertpapieren - bei einem U.S. citizen auch   Grundvermögen  -  in Deutschland besteuern.   Da   - anders als beim Erwerb von Todes wegen - der Anschaffungswert nicht auf den Wert per Todestag angepasst wird  (sog. "stepped-up basis"),  sondern  nach  IRC  § 1015 der Anschaffungswert des Schenkers übernommen wird (sog. "carry-over basis") kann eine Vererbung im Einzelfall vorzuziehen sein. 

Deutsche Schenkungssteuer

Gemäß § 2(1) ErbStG tritt für den gesamten Vermögensanfall die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland ein, wenn der Schenker zur Zeit der Schenkung oder der Beschenkte zur Zeit der Entstehung der Steuer (i.d.R. also Zeitpunkt der Schenkung) ein Inländer ist.

Dabei ist zu beachten, dass die 5-Jahres-Frist nach § 2(1) 1. b) im Verhältnis zur USA auf 10 Jahre verlängert ist. 

Im Anwendungsbereich des DBA-USA-Erb sind außerdem dessen besondere Regeln zu beachten. 

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