Geltendmachung eines Anspruchs aus einer US Lebensversicherung im Erbfall

Die Geltendmachung von Ansprüchen aus einer US Lebensversicherung (life insurance) stellt die Begünstigten oftmals vor unüberwindbare Hindernisse. Der Beitrag führt in die Problematik ein.


Nachweis der Berechtigung

In der Regel wird von der Versicherung ein Nachweis über die Berechtigung bezüglich der Todesfallleistung verlangt. War ein Begünstigter auf den Tod benannt, wird in der Regel Folgendes verlangt:

  • Sterbeurkunde (death certficate),
  • Nachweis über die Identität des Begünstigten (z.B. Pass) und
  • Formular zur Geltendmachung des Anspruchs (claims form).

Ist in dem Versicherungsvertrag kein Begünstigter auf den Tod benannt, fällt die Todesfallleistung in den Nachlass. In diesem Fall ist es in der Regel erforderlich ein förmliches Nachlassverfahren in den USA (Probate) zu führen. 

US-Quellensteuer (withholding tax)

ie USA erheben eine Quellensteuer (withholding tax) in Höhe von 30% bei Zahlungen an einen nonresident alien, vgl. IRC §§871(a).

Hinweis: Bei Zahlung an den Nachlass (estate) wird die Quellensteuer nicht erhoben, da der Nachlass für US-Steuerzwecke eine US-Person ist; dies gilt aber dann nicht, wenn es sich um einen foreign estate handelt. 

Nach IRC § 1441 wird der entsprechende Betrag vom Steueragenten (withholding agent) - also hier die Versicherung - einbehalten und unmittelbar an die US-Finanzbehörden (IRS) abgeführt. Der Begünstige erhält hierüber eine Bescheinigung (Form 1042-S). 

Bei Anwendbarkeit des DBA-USA-ESt. können allerdings Vergünstigungen beansprucht werden. Um diese geltend zu machen, ist das Formular der amerikanischen Bundesfinanzverwaltung (Internal Revenue Service, kurz „I.R.S.“ oder "IRS") W-8BEN auszufüllen und der Versicherungsgesellschaft unmittelbar einzureichen. Dabei ist die US-Steuernummer ITIN anzugeben. Erfolgt dies nicht, kann der withholding agent die volle Quellensteuer auch bei Einreichung des ansonsten ordnungsgemäß ausgefüllten Formulars abziehen. 

Hinweis: Auch bei ordnungsgemäß ausgefülltem Formular kommt es leider vor, dass Versicherungen einen Teil der Auszahlung zurückbehalten und an die IRS abführen. In diesem Fall kann der überzahlte Betrag unter Umständen durch die US-Steuerbehörde IRS erstattet werden; hierzu verweisen wir auf unseren Beitrag Rückerstattung überzahlter US-Quellensteuer

Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung für US-Nachlasssteuer

Schließlich ist vor Auszahlung an einen nonresident alien eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung (transfer certificate) betreffend die US-Nachlasssteuer (federal estate tax) vorzulegen. Diese sichert das Finanzinstitut gegen eine Haftung ab (vgl. Treas. Reg. § 20.6325-1). Die IRS erteilt das transfer certificate nur, wenn

  • bei einem steuerbaren US-Vermögen von mehr USD 60.000 die federal estate tax mittels des Formulars 706-NA erklärt und die Steuer gezahlt wurde,
  • bei einem geringeren steuerbaren US-Nachlass bestimmte Angaben gegenüber der IRS gemacht wurden. 

Ergänzende Informationen zu den Voraussetzungen für die Erteilung eines transfer certificate finden Sie auf der entsprechenden Informationsseite der IRS

Weiterführende Informationen: Zur Erklärung der US-Nachlasssteuer verweisen wir auf den Abschnitt Abgabe der Steuererklärung in dem Aufsatz "Nachlasssteuer und Erbschaftsteuer in den USA". 


Jan-Hendrik Frank
Letzte Aktualisierung: 16.04.2012


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